A9NEU: Antrag zur Sicherung der Finanzierung der KfZG über das Jahr 2026 hinaus
| Veranstaltung: | Vollversammlung des ZdK November 2025 |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Prof. Dr. Birgit Aschmann, Katharina Norpoth |
| Status: | Modifiziert |
| Eingereicht: | 14.11.2025, 15:41 |
| Veranstaltung: | Vollversammlung des ZdK November 2025 |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Prof. Dr. Birgit Aschmann, Katharina Norpoth |
| Status: | Modifiziert |
| Eingereicht: | 14.11.2025, 15:41 |
Die Vollversammlung des ZdK beauftragt das Präsidium, sich beim Verband der
Diözesen Deutschlands (VDD) dafür einzusetzen, dass die institutionelle
finanzielle Förderung der Kommission für Zeitgeschichte e. V. (KfZG) über das
Jahr 2026 hinaus aufrechterhalten und gesichert wird.
Die Vollversammlung des ZdK beauftragt das Präsidium, sich beim Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) dafür einzusetzen, dass die institutionelle finanzielle Förderung der Kommission für Zeitgeschichte e. V. (KfZG) über das Jahr 2026 hinaus aufrechterhalten und gesichert wird.
Um das Anliegen der wissenschaftlichen historischen Forschungsvernetzung im katholischen Bereich weiter verfolgen zu können, bedarf es dazu in jedem Fall einer Stelle.
Begründung
Die Kommission für Zeitgeschichte (KfZG) mit Sitz in Bonn ist seit über sechs Jahrzehnten eine zentrale außeruniversitäre Forschungseinrichtung für die Geschichte des deutschen Katholizismus im 19. und 20. Jahrhundert – sie bündelt Forschung, Publikationen und Dokumentation im Dienst kirchlicher und gesellschaftlicher Aufarbeitung. Sie sichert das historische Gedächtnis der global einzigartigen Geschichte des deutschen Katholizismus.
Sie trägt zur historisch validen Selbstvergewisserung des bundesdeutschen Katholizismus bei und gewährleistet damit ein zentrales Element seiner Zukunftsfähigkeit. Nur wer die Vergangenheit kennt und um Erfolge und Fehlentwicklungen weiß, kann kluge Zukunftsperspektiven entwickeln. Damit ist die KfZG zentral als a) historisches Gedächtnis des spezifisch deutschen Katholizismus und seiner Institutionen in Deutschland, b) der Aufarbeitung von Macht und Machtmissbrauch und c) als historische Ressource zur Gestaltung des synodalen Wegs.
Ihr wissenschaftliches Potential, ihr internationales Renommee und ihre gesellschaftliche Breitenwirkung ergibt sich aus der Kooperation anerkannter Historiker:innen verschiedener deutscher Universitäten mit Kirchenhistoriker:innen aus unterschiedlichen theologischen Fakultäten. Dieses Netzwerk ist zentral für die hohen Qualitätsstandards der gemeinsamen Arbeit.
Aktuell ist die KfZG in ihrer Existenz gefährdet: Die finanzielle Förderung der Einrichtung durch die Diözesen soll nach dem Jahr 2026 eingestellt werden.
Eine Einstellung der Förderung würde ein fatales Signal der Geschichtsvergessenheit senden – nicht nur für die kirchliche Zeitgeschichtsforschung, sondern auch für die gesellschaftliche Rolle der katholischen Kirche in der historischen Erinnerung und öffentlichen Debatte. Gerade in Zeiten, in denen" fake news“ oder Unterstellungen auch die innerkirchliche Gesprächskultur kontaminieren, ist es zentral, über eine Institution zu verfügen, die wissenschaftlich abgesicherte Auskunft über die Vergangenheit des deutschen Katholizismus erteilen kann. Auch die wissenschaftliche Aufarbeitung des katholischen Missbrauchs droht durch eine Einstellung der Finanzierung massiv beeinträchtigt zu werden.
Vor diesem Hintergrund sieht die Vollversammlung des ZdK es als Aufgabe kirchlicher Verantwortung an, aktiv einzutreten für die Förderung und Erhaltung einer solch international renommierten Institution, die im Sinne von Transparenz, Erinnerungskultur und kirchlicher Forschung wirkt. Die Kontaktaufnahme mit dem Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) ist hierbei geboten, da hier die Entscheidungen über die Fortsetzung oder Einstellung der Finanzierung erfolgt.